Sicher erinnert sich der ein oder andere an den Artikel der Sächsischen Zeitung anlässlich des 60-jährigen Vereinsjubiläums im Jahre 2014, dessen Überschrift „Sie träumen von mehr Obstbäumen in Burkau“ lautete. Bereits in der Ausgabe Nr. 712 der Heimatkundlichen Blätter (Juli 2019) konnten wir von über 80 neuen Obstbäumen berichten, die auf dem Grundstück der Familie Strobel gepflanzt wurden bzw. mittlerweile die Kirschallee am Rammsweg ergänzen.
Kurz vor dem zurückliegenden Jahreswechsel sind nun am Burkauer Berg, auf dem Grundstück der Familie Müller, weitere 45 Bäume dazugekommen. In Abstimmung mit den Grundstückseigentümern wurden als Ergänzung vorhandener, teils lückiger Apfelbaumreihen und als neue Reihen Apfel- und Birnbäume (5×Weizenapfel; 5×Schöner aus Nordhausen; 5×Schöner aus Herrnhut; 5×Rote Sternrenette; 5×Rheinischer Bohnapfel; 5×Lausitzer Nelkenapfel; 5×Boscs Flaschenbirne; 5×Clapps Liebling; 5×Nordhäuser Winterforelle) gepflanzt.
Die Pflanzungen erfolgten im Auftrag des Landkreises Bautzen als sogenannte trassenferne Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen und stehen in Zusammenhang mit dem Ausbau der Kreisstraße im Ortsteil Pannewitz. Sie basieren auf einem Konzept zur Anlage neuer/ der Ergänzung bestehender Obstbaumreihen/ Streuobstwiesen, dass bereits 2015 ehrenamtlich erarbeitet wurde. Die wichtigste Grundlage für die Umsetzung der Maßnahmen sind allerdings die Akzeptanz und letztlich die Zustimmung der betreffenden Grundstückseigentümer.
Neben den Baumpflanzungen wurde auf dem Grundstück der Familie Müller, unmittelbar hinter dem alten Wasserbehälter, eine bereits bestehende Wildrosenhecke als Vogelnistgehölze um 40 Meter verlängert. Hier wurden Wildrosen und Weißdorn gepflanzt. Eine weitere wegebegleitende Feldhecke, bestehend aus Wildrosen, Weißdorn und Pfaffenhütchen konnte unterhalb vom Galgenberg (hinter der Försterei) in zwei Teilabschnitten mit einer Gesamtlänge von 120 Metern angelegt werden. Hierzu erging die Zustimmung des Klosters St. Marienstern als Grundstückseigentümer. Die erfolgten Pflanzungen werden nun insgesamt 4 Jahre gepflegt. Feldhecken und wegebegleitende Obstbaumreihen sind nicht nur landschaftsprägende Elemente, sondern auch wertvolle ökologische Strukturen. Vor allem die Baumpflanzungen entlang der Wege, welche den seit Jahrhunderten bestehenden Hufegrenzen - Burkau ist ein Waldhufendorf - folgen, verbinden ökologische, landschaftliche und kulturelle Ziele auf ideale Weise. Sie tragen zur Förderung der Biodiversität bei, schaffen Lebensräume und Vernetzungsstrukturen für viele Tier- und Pflanzenarten und revitalisieren historische Kulturlandschaftselemente. Gleichzeitig zahlen sie auf die Restrukturierung der ausgeräumten Agrarlandschaft ein, schaffen Orientierung und brechen die Monotonie auf. Darüber hinaus stärken solche Pflanzungen das Bewusstsein für das kulturelle Erbe und die Verantwortung für den Erhalt unserer Landschaft. Sie sind nicht nur ein Gewinn für Natur und Umwelt, sondern auch für die Menschen – nicht nur für uns Burkauer. Die Verbindung von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft macht diese Maßnahmen zu einem wertvollen Beitrag für eine nachhaltige und lebenswerte Kulturlandschaft. Die Projektträger sind ständig auf der Suche, notwendige Maßnahmen auf geeigneten Grundstücken umzusetzen. Im Planungsprozess werden natürlich sämtliche Belange, auch die der Flächenbewirtschaftung abgewogen und mit den Grundstückeigentümern abgestimmt. So besteht auch bei dem Straßenbauprojekt in Pannewitz noch ein Defizit in der Größenordnung von 30-40 Bäumen. Hier besteht also noch dringender Bedarf an geeigneten Standorten. Wer als Grundstückseigentümer geeignete Flächen zur Verfügung stellen möchte, der kann sich gern an mich wenden. Ich stelle die entsprechenden Kontakte her.
Euer Natur- und Heimatfreund Maik Hübschmann